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Aenna ist eine junge Stute mit einem für ihr Alter eher untypisch geerdeten, ruhigen, vernünftigen Wesen, die Freude aus dem Miteinander mit ihren Lieben, unaufgeregtem Alltag und den kleinen Freuden des Lebens zieht. Sie ist durch und durch harmoniebedürftig und äußerst gut darin deeskalierende Gespräche zu führen oder zwischen zwei Parteien zu vermitteln. Personen, die zu dramatisch sind, geht sie, sofern sie es beeinflussen kann, lieber aus dem Weg.
Ihre vielleicht größte Schwäche ist ihr latentes Helfersyndrom, dass sich durch die spontane Patchwork-Situation ihrer Familie und dem Aufbegehren ihrer Kindheitsfreundin und spontanen Ziehschwester entwickelt hat. In Ermangelung einer Alternative hat die zwei Jahre jüngere, damals noch schüchternere Stute schnell gelernt die überwachende Aufgabe, die eigentlich ihren Eltern zugestanden hätte, für ihren neuen Familienzuwachs zu übernehmen und sich selbst über die Jahre ein wenig darin und in den Launen ihrer Ziehschwester verloren. Ihr Selbstbild darauf aufgebaut, dass es nun einmal das war, was getan werden musste und irgendjemand müsse doch für sie da sein, hat sie lange Zeit vernachlässigt, wo ihre eigenen Interessen lagen. Erst, nachdem Aenna im Erwachsenenalter die Reißleine zog und schweren Herzens den Kontakt abbrach, hatte sie wieder Zeit und Gedanken frei sich um mögliche eigene Interessen zu kümmern. Die ehemals eingeprägten Verhaltensmuster sind allerdings nur schwer für sie abzuschütteln: Sie zieht viel für ihren Selbstwert daraus, anderen behilflich sein zu können und steckt immernoch häufiger mal mehr zurück als sie sollte, geht für Andere über Grenzen und fühlt sich in einer empathisch-vermittelnden Position innerhalb ihres Freundeskreises und der Familie am wohlsten. Aber sie arbeitet daran.
Ihre neu gefundenen Hobbies belaufen sich auf Handarbeiten, insbesondere Häkelleien und das Gärtnern. Letzteres zeigt sich vor allem durch das üppige Meer an Hortensien, das die Terrasse der Familie geradezu überflutet und auf das sie gehörig stolz ist.
Aennas Familie ist ihr Herz und ihr Sinn - die absolute Priorität über alles. Vielleicht, weil das Gleichgewicht selbiger so lange ihr Hauptfokus und Ziel all ihrer Bemühungen war, vielleicht, weil ihre Eltern eine sehr solide, liebevolle Beziehung vorgelebt haben, die auch die Stürme und Herausforderungen der Vergangenheit sicher bewältigt hat und in der Aenna selbst stets Geborgenheit finden konnte. Familie ist für sie Stärke - die warme, wohlige Art, die Baumwurzeln gleicht und nichts könnte sie dazu bringen das zu 'fällen'. Tatsächlich träumt die Y'rragin selbst davon irgendwann in einem Mehrgenerationenhaushalt leben zu können in dem jeder von den Stärken des Anderen profitieren kann und die Schwächen ausgleicht - in der niemand zurückgelassen wird.
Chayenne, wenn auch als ihre Ziehschwester nicht blutsverwandt und trotz des von Aenna initiierten Kontaktabbruchs, zählt immernoch als Familie und entgegen der Gewohnheit der Älteren hat Aenna immer den Ausdruck 'Ziehschwester' gehasst. Für Aenna ist sie seit ihrem Einzug nie etwas anderes als eine Schwester gewesen und wie die Dinge gelaufen sind schmerzt sie immernoch sehr. Genug, dass sie manche Feste auf denen Chayenne zu präsent ist oder das Thema als solches eher meidet.
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Chayenne war von Fohlenbeinen an eine Freundin von Aenna, ihre Eltern mit Chayennes Vater gut befreundet und somit die zwei Mädchen oft beieinander. Oft schien es, als würde die selbstbewusste, stürmische Glaserstochter die etwas jüngere und deutlich schüchternere Aenna mit ihrem Temperament überrollen - wer genauer hinsah mehrkte allerdings schnell, dass die wilden Ideen der Älteren allerdings auch eine Menge ungekannter Farben und Freude in Aennas Leben wirbelten. Als Chayennes Vater verschwand wurde sie fraglos als Teil der Familie aufgenommen - sie nahm diese strukturelle Veränderung allerdings nicht gut und nur unter lautstarkem Protest auf. Um den Frieden zu wahren und ihrer Kindheitsfreundin Stütze in dieser harten Zeit zu sein übernahm Aenna erst die vermittelnde Rolle in diesem Konstrukt, später jene des guten Gewissens der immer aufmüpfigeren Y'rragin. Sorge und Pflicht dominierte lange Zeit ihr Verhältnis zu ihrer Schwester, bis die Haltlosigkeit selbiger und ihr Drang dazu sich selbst emotional zu zerstören, sowie die Ignoranz jedem gegenüber, der ihr eine helfende Hand reichte, nicht mehr tragbar für Aennas Gemüt wurde. Schweren Herzens brach sie den Kontakt zu ihr ab.
Aenna denkt immernoch von Chayenne als eine Schwester und wünscht ihr nichts Schlechtes. Tatsächlich denkt sie sehr gern an ihre Abenteuer zurück. Leider mischt sich unter die Erwähnung ihres Namens stets eine Bitterkeit die sie nur sehr schwer zu bewältigen weiß und so meidet sie derzeit Orte, an denen sie sich begegnen könnten... Oder das Gespräch über sie, sofern es sich machen lässt.